Das Bewässerungssystem von A bis Z – effektives Gießen eines großen Gartens

Jeder Gartenliebhaber weiß, dass Wasser wie ein Puzzlestein, bei einem schönen und gut funktionierenden Garten unabdingbar ist. Für das richtige Wachsen, brauchen die Pflanzen eine optimale Bewässerung. Im Fall eines Anbaus, einer kleinen Plantage oder eines größeren Gartens wird das Bestimmen der richtigen Wassermenge zu einer schwierigen Angelegenheit. Seit ein paar Jahren gibt es eine wirkungsvolle Gießmethode – eine Tropfbewässerung – wie funktioniert sie? Welche Vorteile bietet das System und wie montiert man es Schritt für Schritt?

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Zu einem vollen Erfolg bei Gartenarbeit wird unbedingt Wasser benötigt.

Egal ob Du schon ein Spezialist im Ackerbau mit langjähriger Erfahrung oder nur ein Amateur Hobbygärtner bist, ist Dir Klar, dass zu einem vollen Erfolg bei Gartenarbeit unbedingt Wasser benötigt wird! Wenn Du einen großen Garten besitzt oder mit einem Pflanzenanbau experimentierst, wird in diesem Fall die Gießkanne nicht viel helfen.  

Leider kann man sich, auf das Wetter heutzutage auch nicht mehr verlassen, deshalb glaube nicht, dass der Regen alleine ausreicht, um die Pflanzen genug zu bewässern. Durch die Witterungs-Turbulenzen der letzten Jahre ist die Sommerzeit sehr trocken geworden. Sie wird nur ab und zu durch starke einzelne Regenfälle unterbrochen, die sehr unregelmäßig sind und nicht viel helfen. Nichtsdestotrotz empfehlen wir das Regenwasser auf eigene Hand aufzusammeln. Wie man das macht, könnt Ihr HIER kurz nachlesen. 

Einen großen Garten, einen Weinberg oder ein Ackerland musst Du also mit Wasser aus einem Tiefbrunnen bewässern oder schlimmer noch mit dem Leitungswasser (Autsch, das wird aber teuer!) In diesem Fall ist ein sparsames Gießen ein Muss. Auf einer Seite müssen die Pflanzen optimal bewässert werden, damit die Pflanzen nicht austrocknen und eine gute Ernte geben, auf der anderen Seite verursacht ein regelmäßiges und ständiges Gießen wirklich hohe Kosten.

Die beste Lösung dafür liegt in einer Tropfbewässerung. Ein Bewässerungssystem weist viele Vorteile auf. Es lohnt sich wirklich ein paar Minuten zu nutzen, um es etwas näher zu betrachten.   

Bewässerungssystem

Die Tropfbewässerung besteht darin, die Pflanzen dauerhaft, aber langsam und gleichmäßig mit Wasser in der richtigen Menge entsprechend ihrem Bedarf zu versorgen. Meistens wird das Wasser durch Tropfschläuche transportiert, die durch Verlegerohre angereichert werden. Das System ist in Abschnitte unterteilt (je nach Größe des Anbaus oder des Gartens), und die einzelnen Leitungen sind durch spezielle Verbinder miteinander verbunden. 

Das Bewässerungssystem eignet sich hervorragend für Bewässerung von großen Gärten aber auch für den landwirtschaftlichen Anbau. Wenn Du Kartoffeln, Tomaten, Gurken oder Spargeln anbaust, ist es auf jeden Fall eine ideale Lösung unsere Felder zu bewässern. Die Tropfbewässerung eignet sich auch hervorragend für Obstanbau. Du kannst damit auch optimal z.B. Erdbeeren, Himbeeren oder Preiselbeeren bewässern.

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Das Bewässerungssystem eignet sich hervorragend für Bewässerung von großen Gärten aber auch für den landwirtschaftlichen Anbau.

Es gibt natürlich auch Plätze, die eine andere Art von Bewässerung benötigen. Vor allem ist eine Tropfbewässerung nicht dazu geeignet, um Wasser an eine kompakt verschlossene, mit Vegetation bepflanzte, Fläche zu liefern. Tropfleitungen werden daher nicht zur Bewässerung von Rasenflächen oder Bodendecker Pflanzen verwendet. Zu solchen Flächen empfehlen wir Microsprüher und Pfeiltropfer über die ihr HIER lesen könnt.

Unter einem Bodendecker versteht man eine niedrige Pflanze (Staude, Rose, Sträucher), die – wie es der Name sagt – den Boden bedeckt, d. h., dass mit dieser Pflanze eine offene Fläche rasch zuwächst und dann pflegeextensiv (weil Unkräuter sich dann nicht mehr ansiedeln können) jahrelang gut anzusehen ist.

Quelle: Wikipedia

Woher besteht ein Bewässerungssystem? 

Die Tropfbewässerung besteht, wie der Name schon sagt, vor allem aus Tropfschläuchen, gefolgt von Verlegerohren und unterschiedlichen Verbindern, die es ermöglichen, das System zu einem funktionalen Ganzen zu verbinden. Generell liegt die Stärke in der Einfachheit dieses Systems. Die einzelnen Elemente haben eine durchdachte Konstruktion was bewirkt, dass die unkomplizierte Lösung auch unter schwierigen Bedingungen, ihre Funktion jahrelang bestens erfüllt. Lassen wir mal einen Blick auf die Einzelelemente des Bewässerungssystems drauf werfen. 

Tropfschlauch

Der Tropfschlauch ist meistens aus dem sehr witterungsbeständigen Polyethylen hergestellt. Dadurch wird er durch die UV-Strahlen oder Niedrigtemperaturen nicht beschädigt. In regelmäßigen Abständen befinden sich spezielle Tropfer, durch die das Wasser nach Außen befördert wird. Ihre Bauweise entspricht einem Labyrinth. Durch solche Konstruktion wird der Schlauch nicht verstopft, die Wurzeln wachsen nicht hinein, und das ausströmende Wasser mit dem richtigen Druck zugeführt wird.

Die Tropfer sind auf dem Schlauch in Abständen von 30 cm eingesetzt. Der Tropfschlauch kann sowohl ober- als auch unterirdisch verlegt werden. Die maximale Länge eines Tropfschlauches, der an ein Verlegerohr verbunden werden kann, beträgt bis zu 250 m! Der Einsatz einer Tropfbewässerung spart bis zu 70% Wasser bei optimaler Bewässerung der Pflanzen.   

Verlegerohr 

Ein unersetzliches Element des Tropfbewässerungssystems ist ein Verlegerohr, das Wasser zu den Tropfschläuchen leitet. In der Regel ist das Verlegerohr ist aus LDPE hergestellt, das beständig gegen extreme Witterungseinflüsse ist. So kann es jahrelang das Wasser sicher mit dem richtigen Druck leiten. 

Die Verlegerohre sind in verschiedenen Größen erhältlich. Abgesehen von der Menge und Länge der Tropfschläuche, unterscheiden sich die Verlegerohre mit dem Durchmesser und der Wandstärke. Beachte, dass eine Menge von Wasser mit dem richtigen Druck durch sie durchfließen wird, daher ist die Stärke, Dichte und Beständigkeit dieses Verlegerohrs entscheidend. 

Verbinder

Das Bewässerungssystem funktioniert nicht richtig, wenn die Einzelteile nicht miteinander in ein dichtes System verbunden werden. Dazu dient das ganze Bewässerungszubehör, die sogenannten Verbinder. Richtig und entsprechend profiliert, helfen sie, das Ganze zu kontrollieren. Im Idealfall sollten die Verbinder mit einem Schraubsystem ausgestattet sein. Dank dessen kannst Du sicher sein, dass wenn Du zwei Verlegerohre mit solchem Zubehör miteinander verbindest, das Ganze wasserdicht in allen kritischen Bereichen sein wird. 

Das Zubehör ist in zwei Kategorien aufgeteilt – das Verbinden von Tropfschläuchen (roter Schraubverschluss) und das Verbinden von Verlegerohren (blauer Schraubverschluss). Dazwischen befinden sich T-Stücke zum Abzweigen des Systems, L-Stücke zum Richtungswechsel des Wassers oder die Verbinder, die einfach mehrere Rohre miteinander verbinden. Eine wichtige Rolle spielen auch die sogenannten Verschlussstopfer, die zum Spülen sowie für das Ende einzelner Leitungen zuständig sind. Dank all dieser Accessoires arbeitet das Bewässerungssystem einwandfrei und verstopft nicht. 

Baue Schritt für Schritt Dein Bewässerungssystem 

Das Bewässerungssystem ähnelt sehr einem Blutkreislauf. Durch die Tropfschläuche fließt das Gießwasser für Deine Pflanzen. Sie bekommen das Wasser über die wichtigen Arterien, den Verlegerohren. Benötigt wird auch eine Pumpe, die das Wasser, wie ein Herz in das ganze System unter einem entsprechenden Druck reinpumpt.

Bei dem ersten Aufbau einer Tropfbewässerung folge der einfachsten Devise – denke daran, dass je weniger Steckverbinder, desto effektiver wird es funktionieren. Also los geht’s.

Bei dem ersten Aufbau einer Tropfbewässerung folge der einfachsten Devise. Je weniger Verbinder desto besser.

Planung

Kein System mag Chaos, deshalb fange mit einem Plan an. Bereite ein Blatt Papier und ein Bleistift vor. Als nächstes zeichne Deine Plantage, Anbau oder Dein Garten auf. Wichtig sind vor allem zwei Sachen. Als erstes ist die Flächengröße, die Du bewässern möchtest festzulegen und als zweitens musst die Wasserquelle ausgewählt werden.

Bei solcher Planung empfehlen wir von Internet Rechnern oder Planungsprogrammen für die Gartenbewässerung Gebrauch zu machen. Danach weißt Du genau wie viele Tropfschläuche Du benötigst und wie viel Meter Verlegerohre Du einkaufen musst.

Wasserquelle 

Am einfachsten und sehr sparsam ist es, wenn in der Nähe Deines Gartens oder des Feldes sich ein Tiefenbrunnen befindet. Der Brunnen stellt eine perfekte und sehr effektive Wasserquelle für unsere Bewässerung dar. Wenn es nicht der Fall ist, kannst Du überlegen ob Du nicht unterirdische Wasserbehälter installierst, die einen idealen Wasserspeicher darstellen (mehr dazu kannst Du HIER lesen).

Leider ist es auch oft der Fall, dass Du die Tropfbewässerung an die häusliche Wasserleitung anschließen musst. Dies ist, die am wenigsten sparsame Lösung, aber bedenke auch, dass in dieser Situation eben eine Tropfbewässerung Dich davor bewahrt, pleite zu gehen.

Pumpe und Filter 

Das Wasser für das Bewässerungssystem muss unter einem angemessenen Wasserdruck transportiert werden. Andernfalls wird die Tropfbewässerung nicht richtig funktionieren. Die Tropfer werden andernfalls mit Erde verstopft und das Wasser wird an die Pflanzen schwer ankommen können, wenn überhaupt.     

Die entsprechende Wasserpumpe musst Du an die Wasserquelle anpassen. Sie muss richtig an den Grundwasserspiegel angepasst werden. Wenn das Grundwasser unter 7 m liegt – investiere in eine Unterwasserpumpe. Wenn das Grundwasser etwas höher liegt, reicht eine einfache Gartenpumpe. 

Bei einer Tropfbewässerung ist die Wasserqualität außerordentlich wichtig. Um die Verstopfung einzelner Elemente wie Tropfer, Sprüher oder Verlegerohr zu vermeiden, muss man unbedingt einen entsprechenden Wasserfilter installieren. Dank dessen führen die mikroskopischen Wasserverunreinigungen zu keinem Ausfall des Bewässerungssystems.    

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Die nächste Etappe wird an der Verlegung des Hauptverlegerohrs der sogenannten Magistrale und an dem Verbinden des Rohrs mit den Tropfschläuchen durch die Verbinder liegen. In der Regel können wir behaupten, dass je länger der Weg von der Pumpe bis zum T-Verbindungsstück desto kleiner sollte der Durchmesser des Verlegerohrs sein.   

Weiterhin nutzen wir die Verbindungsstücke, um die Verlegerohre mit den Tropfschläuchen zu verbinden. Achten wir darauf, dass die Tropfer sich direkt an den Pflanzen befinden sollten, die wir bewässern wollen. Um die hin und her Bewegung der Tropfschläuche zu vermeiden, sollten sie spezielle Erdanker benutzen. 

Achte darauf, dass die Tropfer und Sprüher sich auf der Seite und nicht unten des Schlauches befinden. Das hilft das Verstopfen mit Erde zu vermeiden. Das Bewässerungssystem kann aus ein paar Sektionen bestehen. Einzelne kleine Anlagen werden geschaffen mit jeweils einem Verlegerohr, das Wasser an die Tropfschläuche transportiert. Solche Lösungen werden oft bei großen Gartenflächen oder Feldern angewendet.    

Vorteile einer Tropfbewässerung 

Die Tropfbewässerung kann schwierig und kompliziert erscheinen, wenn man das System selbst anschließen möchte, dem ist aber nicht so. Dazu bietet ein Bewässerungssystem eine Reihe an Vorteilen, die die Ernte erheblich steigert. Weiterhin brauchst Du Dir keine Sorgen wegen den Gießkosten zu machen. Eine Tropfbewässerung gilt als eine der ergiebigsten und gleichzeitig auch der preiswertesten Pflanzenbewässerung

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Dank der Tropfbewässerung trifft das Wasser genau dort ein wo es hingehört.

Dank der Tropfbewässerung trifft das Wasser genau dort ein wo es hingehört. Die Pflanzen werden direkt an der Wurzel bewässert wo das Wasser auch unbedingt treffen sollte. Das hilft viele Pflanzenkrankheiten und oft Schimmel und Pilz zu vermeiden. Die richtige Wassermenge, sowie der entsprechende Wasserdruck, beugt sowohl der Trockenheit, als auch dem Wasserüberschuss auf ihren Feldern vor. 

Im Vergleich zu einer traditionellen Gießmethode mit einer Gießkanne oder einem Gartenschlauch, spart dieses Bewässerungsmodell bis zu 70 % Wasser. Es stellt nicht nur ein nur eine große Entlastung für die Umwelt, sondern auch für deinen Geldbeutel dar!

Die Tropfbewässerung ermöglicht eine Optimierung und Automatisierung des ganzen Bewässerungsprozesses. Durch das Einsetzen eines Druckreglers oder einer automatischen Gießsteuerung kann man, nach einem bestimmten Zeitplan, die Pflanzen bewässern. Es bereitet eine Riesenfreude vor allem aber sehr viel weniger Arbeit und deshalb auch mehr Zeit für angenehme Tätigkeiten.

Ein weiterer Vorteil der Tropfbewässerung ist die Unabhängigkeit von verschiedenen Wetterbedingungen und seinen Anomalien wie auch von der Erdbodenart. Trockenheit, verschiedenen Gefällen, schwieriges Gelände oder mühsamer Ackerboden wird ab jetzt kein Schrecken mehr sein. 

Das Bewässerungssystem ist sehr einfach in der Montage und sein Preis im Vergleich zu einer großen und reichen Ernte ist wirklich nicht hoch. 

Was musst Du beachten?

Die Tropfbewässerung erfüllt optimal ihre Funktion, vorausgesetzt man befolgt einige Regel.

Vor allem sollte man aufmerksam paar Einzelelemente beachten. Tropfschläuche und Verlegerohre sollten eine sehr gute Qualität aufweisen, um einwandfrei jahrelang zu funktionieren. Das Bewässerungszubehör, die sogenannten Verbinder sollten am besten einen Schraubverschluss besitzen. Nur solche Verschlüsse ermöglichen eine 100 % Wasserdichte. 

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Die Tropfbewässerung erfüllt optimal ihre Funktion, vorausgesetzt man befolgt einige Regel.

Vergiss auch nicht über eine regelmäßige Systemwartung. Spüle von Zeit zu Zeit die Tropfschläuche gründlich mit Wasser durch. Kontrolliere die Sauberkeit des Wasserfilters. Wenn Du die Bewässerungsanlage während der Wintermonate draußen lässt, achte darauf, dass kein Wasser in den Rohren übrigbleibt.  

Der richtige Druck ist unabdingbar, damit das Bewässerungssystem richtig funktioniert. Wenn der Druck zu hoch wird – beschädigt sowohl die Tropfschläuche als auch die Verlegerohre. In diesem Fall wird der Kauf eines Druck-Reduktor durchaus zu empfehlen.   Anders, wenn der Druck zu niedrig ist, wird die Anlage einfach nicht funktionieren. 

Bewässerungssystem – Der Schlüssel zum Erfolg 

Unsere Pflanzen brauchen Wasser aber nicht jede Pflanze benötigt die gleiche Menge und nicht unbedingt in der gleichen Bewässerungsart. Durchaus könnte es aussehen, als könnte eine Gießkanne oder Gartenschlauch vollkommen ausreichen. Dem ist es aber nicht so. Je nach der Größe des Gartens oder des Anbaus, als auch je nach der Pflanzenart muss man die Bewässerung anpassen. 

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Entsprechende Bewässerung ist der Schlüssel zum Erfolg.

Ein Bewässerungssystem aus Tropfschläuchen ist eine ideale Lösung für eine Bewässerung von großen Plantagen, großen Gärten oder verschiedenen Gewächshäusern. Eine große Anbaufläche erfordert eine optimale Bewässerung. Dies setzt ein Bewässerungssystem auf jeden Fall voraus. 

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