Namensgebung der Hamburger / Berliner Leiste – Auf den Spuren der Vergangenheit

Ihre Geschichte reicht bis zum Mitte / Ende des 19. Jahrunderts und doch ist sie so aktuell wie selten zuvor: Die Rede ist von einer ganz besonderen Sockelleiste, dem Hamburger Profil, auch Berliner Profil genannt. Deren Leistenprofil zählt zu den elegantesten und edelsten ihrer Art und erfreut sich wieder zunehmender Beliebtheit.

Meist aus massivem Holz (oder Holzkern) gefertigt, überzeugt das Hamburger Profil durch seine einzigartige Form (dem oberen konturierten Teil folgt ein ebener, gerader Abschluss) und Funktionalität: Eine Ausfräsung auf der Rückseite kann zum Spannungsausgleich und zur versteckten Kabelführung genutzt werden.

Das Hamburger Profil / Berliner Profil und sein Ursprung

Infolge der Industrialiesierung und des damit einhergehenden Bevölkerungszuwachses wurden in deutschen Großstädten wie Berlin und Hamburg neue Wohnräume geschaffen für die auftrebende Mittelschicht. Zu dieser Zeit etablierte sich ein aristrokatisch anmutender Stil, der später als “Jugendstil” bekannt werden sollte. Diesen Stil findet man noch heute in den meisten Altbauten wieder, Erkennungsmerkmale sind hohe Decken, opulente Fassaden, größere Räume und Verzierungen auf verschiedensten Designelementen. Als passendes Gestaltungselement wurde die aufwendig gestaltete Sockelleiste, die wir als Hamburger Leiste oder Berliner Leiste kennen, entwickelt und fand sogleich großen Anklang in der Gesellschaft.

Da gleich mehrere Städte diese Leiste zur etwa gleichen Zeit bevorzugten und jede Stadt das Prestige dieser Leisten für sich beanspruchen wollten, entstanden gleich mehrere Namen: Am geläufigsten sind heute “Hamburger Profil”, “Berliner Profil”, “Altberliner Profil” sowie “Frankfurter Profil”

 

 

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