Schornstein – alles was Du über Kaminfegen wissen musst

Es ist uns allen bekannt, dass ein Schornsteinfeger Glück bringt. Aber wenn er sich schrittweise unserem Haus nähert, kann das nur eins bedeuten: Dass etwas mit unserem Schornstein nicht stimmt und dass es auf jedem Fall teuer wird. Gibt es dazu eine Alternative? Können wir selbst dazu beitragen, dass unser Schornstein und verschiedene Rauch- und Abluftkanäle in unserem Haus sich in einem guten Zustand befinden? Finden wir es heraus.

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Wenn der Schornsteinfeger an die Tür klopft wird’s teuer.

Eigenschaften eines ‘guten’ Kamins

Bevor wir die Gefahren eines fehl funktionierenden Schornsteins besprechen, können wir hier kurz die Möglichkeiten erwähnen, wie man ihn im guten Zustand erhält. Überlegen wir mal welche Eigenschaften überhaupt wünschenswert sind – vor allem wenn Du am Hausbau selber beteiligt bist. Das Wissen darüber wie ein System zur Beseitigung unerwünschter Stoffe, die während des Verbrennungsprozesses abgesondert werden, funktioniert, ermöglicht uns vorbeugende Maßnahmen leichter einzuführen. Gute Schornsteine und Kamine zeichnen sich vor allem durch:

  • eine hochwertige Qualität – Produzenten von Schornsteinsystemen sollten auf jeden Fall eine langjährige Qualität anbieten, deshalb sollten Sie unbedingt prüfen, ob der Produzent eine Garantie von mindestens 30 Jahren anbietet. man sollte auch alle Gewährleistungen und Zertifikate prüfen. Schlüssig sind auch Rohstoffe, aus denen der Schornstein angefertigt wird. Sie sollten natürlich, wenn möglich nicht brennbar sein. 
  • eine geeignete Anpassung an die gesamte Lüftungsanlage des Hauses – dies ist eher eine Frage des Projektes, aber im Fall eines integrierten Ofens und dem Anschluss an ein Kamin oder freistehenden Ofen, für den wir uns erst nach dem Hausbau entschieden haben, muss ein zusätzlicher Anschluss sorgfältig ausgelegt werden.
  • eine sorgfältig durchgeführte Abnahme – jeder neue Schornstein oder Kamin muss offiziell durch einen Meister Schornsteinfeger abgenommen werden, was uns ein gutes Funktionieren garantiert.
  • die Effizienz des Abgassystems von Rauchgasen und Dämpfen aus dem Ofen, die direkt in die Atmosphäre hineingelangen. Wenn wir ein Rauchgeruch in unserem Haus riechen, kann es an einem fehlerhaften Anschluss liegen.
  • Wirksamkeit bei der Sicherstellung einer ausreichenden Luftzufuhr – für den Verbrennungsprozess ist die Luftzufuhr unabdingbar und die Zufuhr-Quelle ist eben ein Kamin.
  • Brandschutz – Prävention kann hier ebenso wichtig sein.
    Beständigkeit gegen Abgase und Kondensate – diese beiden Substanzen entstehen gleichzeitig im Verbrennungsprozess.
  • extremes Abdichten – es ist offensichtlich, dass der Schornstein keine ungeplanten Öffnungen haben darf, damit er ordnungsgemäß funktioniert. Vergessen wir nicht, dass bei einem Verbrennungsprozess für den Menschen gefährliche Substanzen, Abgase, wie das geruchlose, farblose Kohlenmonoxid, das unter keinen Umständen in Räume eindringen darf.

Welche Gefahren lauern bei einer Fehlfunktion eines Schornsteins?

Auch wenn es etwas verheerend klingt, sind fehlerhafte Abgase- und Rauchabzüge sowohl für alle Bewohner als auch für die Konstruktion unseres Hauses sehr gefährlich.  

Natürlich, sind heutzutage einige moderne Öfen in der Lage, selbst zu erkennen, dass der Schornstein nicht ordnungsgemäß funktioniert und der Durchfluss von unerwünschten Abgasen gestört ist. Diese Geräte können jedoch trügerisch sein und sich darauf 100% zu verlassen, raten wir eher ab.

Und was riskieren wir? Die Verschlechterung unseres Schornsteins ist ein langer Prozess. Am Anfang können wir die Minderung der Lüftung des sogenannten Zugs feststellen und auch mit bloßem Auge beobachten. Sichtbar wird es vor allem am schwierigeren anzünden des Feuers im Ofen oder mit einem Rauchproblem in den Räumen. 

Manchmal kann da Problem einfach sein und die Ursache schnell behoben werden – z.B. ein Vogelnest auf dem Dach das am Schornstein gebaut wurde – aber das passiert selten. Meistens sind es Rußpartikeln, die sich an den Innenwänden des Schornsteins und des Rauchrohres ablagern, die bei jedem Verbrennungsprozess entstehen. Der Durchmesser des Schornsteins wird immer geringer und der richtige Luft- und Rauchstrom wird dadurch behindert. 

Ruß ist auf jeden Fall keine Kleinigkeit, wie es auf den ersten Blick erscheint. Er besteht hauptsächlich nur aus Kohle, also ist es ganz stark brennbar. Feuer im Schornstein oder Rauchabzug klingt ganz gefährlich und so ist es leider. Zwar trennen die Wände des Schornsteins den Innenraum von den Wohnräumen, sind aber nicht relativ dick (die Innenwände müssen in die Hauskonstruktion hineinpassen).  

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Ein Feuer im Schornstein ist eine der häufigsten Ursachen für Gebäudebrände.

Daher ist es nicht übertrieben zu behaupten, dass die Nichtbeachtung der Schornstein Pflege eine Bedrohung für das gesamte Haus, d.h. unser Eigentum, darstellt und im schlimmsten Fall auch für unser Leben.

Die Realität bestätigt diese Logik, da ein Feuer im Schornstein eine der häufigsten Ursachen für Gebäudebrände ist. Mehr noch, Versicherungsfirmen sind in solchen Fällen eher selten bereit dazu eine Entschädigung zu zahlen, da eine solche Rußansammlung mit Fahrlässigkeit der Schornsteinreinigung verbunden ist. 

Es braucht nicht unbedingt ein Brand zu sein, um die Wirkungen einer Rußansammlung zu spüren. Solche festen Rußbrocken, können von einer Innenwand des Schornsteins abfallen und den Abgas- und Rauchstrom blockieren. Diese wiederum gelangen durch die Heizungs- oder Kamintür in die Innenräume, was für alle Mitbewohner gesundheitsgefährdend sein kann. 

Was tun, um unseren Kamin im guten Zustand zu erhalten – gute Verbrennung ist die Hauptsache

Als erstes ist es absolut verboten verschiedene Plastik- und Kunststoffarten zu verbrennen. Das schadet nicht nur dem Schornstein und dem Kaminofen, sondern auch Deinen Nachbarn und vor allem der Umwelt. Die schädlichen Substanzen, die bei der Verbrennung solcher Stoffe freigesetzt werden, tragen zur Verschlechterung der Luftqualität und zur Bildung von Smog bei.  

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Im Fall eines Kaminofens oder eines freistehenden Ofens ist die Wahl des Brennholzes sehr wichtig.

Vor allem im Fall eines Kaminofens oder eines freistehenden Ofens, z.B. dem sogenannten Schwedenofen, ist die Wahl des Brennholzes sehr wichtig. Das Holz darf nicht feucht sein und vor allem ist der Harzinhalt sehr bedeutend – je weniger desto besser. 

In jeder Heizung und in jedem Kaminofen ist die Verbrennungstechnik sehr entscheidend. Den meisten von uns ist es bekannt, dass je mehr Rauch produziert wird, desto mehr Ruß entsteht. Wenn wir uns die Bilder der rauchenden Kamine unserer Nachbarn und anderer Bewohner vor Augen führen, können wir zum dem Entschluss kommen, dass es vielleicht doch normal ist, aber wenn wir einen gute Verbrennungstechnik verwenden, können wir den Rauch auf ein Minimum reduzieren. Wir empfehlen dazu ein paar Ratgeber zum Feueranzünden zu lesen, auch wenn wir mal Scout waren –  ein Kamin ist nicht gleich ein Lagerfeuer.

Außerdem gibt es natürlich Unterschiede zwischen dem Brennstoff. Der meiste Teergehalt und Ruß werden bei der Verbrennung des oben genannten feuchten und harzigen Holzes sowie von Kohle, Koks und Staub freigesetzt. In Fällen von Kaminöfen kann man zu dem brennenden Holz noch zusätzlich ein Spezialmittel zur Entfernung von Verunreinigungen, die sich im Schornstein ansammeln, aber für größere Kessel reicht dies nicht aus.

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Kaminfeuer verbinden wir mit Gemütlichkeit und Entspannung.

Wie halte ich den Schornstein sauber – spezielles Zubehör und konkrete Lösungen 

Bei einer langjährigen Nutzung eines Kamins, ist ohne Ausnahme eine Schornsteinreinigung nötig – in vielen Länder ist es sogar juristisch vorgeschrieben in regelmäßigen Abständen eine Schornsteinreinigung zu unterziehen z.B. einmal im Jahr. Generell aber sagt eine ungeschriebene Regel, dass man sowohl vor der Wärmesaison als auch direkt nach ihr den Kamin reinigen sollte.  Tatsächlich kann aber gerade bei starkem Heizen auch mitten im Winter eine Reise aufs Dach notwendig sein, um die Leistung unseres Schornsteins zu verbessern. 

Es gibt natürlich Spezialisten wie geprüfte Schornsteinfegermeister, die unsere Kamine reinigen. Diese professionellen Fachkräfte nehmen die ganze Verantwortung auf sich, den ordnungsgemäßen Zustand der Abgasleitung zu prüfen, damit die Sicherheit des Hauses und der Haushaltsmitglieder gewährleistet wird. 

Wir können uns aber durchaus zutrauen den Schornstein selbständig zu reinigen – auch wenn wir es nicht unbedingt ideal machen, ist solche Vorbeugung immer besser als überhaupt keine. Vergessen wir nicht, dass Höhenarbeiten sehr gefährlich sein können. Wir müssen uns also dafür besonders gut ausrüsten und vorbereiten, vor allem bei schrägen und steilen Dächern, die mit Dachziegeln bedeckt sind, kann bei Nässe sehr glatt sein. 

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Vergessen wir nicht, dass Höhenarbeiten sehr gefährlich sein können.

Die Grundausstattung zur Schornsteinreinigung ist ein Kaminbesen. Ihre Konstruktion ist sehr einfach – das Reinigungselement ist an einem langen Seil befestigt, zusammen mit einem Zuggewicht. Solches Werkzeug sollte unbedingt folgenden Eigenschaften aufweisen: 

  • das Kaminbesenprofil sollte an die Kaminform angepasst werden – nur ein rechteckiger Besen wird einen rechteckigen Kamin gründlich reinigen (vor allem in den Ecken). Deshalb ist es besser einen größeren Kaminbesen zu kaufen und eventuell die zu langen Bürsten auf die Kamingröße zuzuschneiden, als den eckigen Schornstein mit einem kugelförmigen Besen zu reinigen.
  • das Seil muss sehr solide und widerstandsfähig sein – in diesem Fall darf es kein gewöhnliches Seil sein wie z.B. eine Wäscheleine. Es ist ziemlich schwer ein Zuggewicht und das Reinigungselement aus einem Schornstein, wenn es eingeklemmt und das Seil gerissen ist.
  • ein Zuggewicht, das nicht einklemmt – am besten, in diesem Fall ist eine Kugel. Zu diesem Zweck sind Ziegelsteine oder Hammer unbedingt zu unterlassen. (Ausser der Form dieser beiden Gegenstände, ist auch die Schwierigkeit, sie fest mit dem Rest des Kaminbesens zu verbinden.)


Im Angebot des Jumbo-shop.de finden wo sowohl fertige Kaminbesen als auch einzelne Elemente (optional vor allem für alle Handwerker gedacht, die öfters viele unnötige Gegenstände in außergewöhnlichen Situationen verwenden mögen). 

Flexstangen und Schubstangen aus Stahl oder Kunststoff, die eine maximale Tragkraft aufweisen, dazu verschiedenen Karabinerhaken und anderes Montagezubehör, helfen das Ganze zu verbinden. 

Auch die Wahl des Reinigungselements ist sehr bedeutend. Der Kaminbesen aus Federstahldraht ist für gemauerte Kamine/Schornsteine geeignet. Sie können auch Tonrohre damit fegen – der Ruß braucht ein hartes und festes Reinigungselement, um alles perfekt zu fegen. Für glasierte Schornsteine, Keramikschornsteine und Schornsteine aus Edelstahl wären Kaminbesen aus Federdrahtstahl zu hart und könnte somit die Kamin- und Rohrwände zerkratzen und beschädigen. Dazu empfehlen wir Schornsteinbesen aus Kunststoff. Wie wir schon vorher erwähnt haben, ist es sehr wichtig, dass der Kaminbesen immer ein paar Zentimeter größer, als das zu reinigende Rohr ist. Jetzt braucht man nur noch zu diesem Set ein Zuggewicht auszuwählen. Je länger der Schornstein umso schwieriger sollte das Zuggewicht sein, um es zu stabilisieren. 

Kaminfegen – Schornsteinreinigung ist kein Spielspaß

Allein das Fegen ist kein komplizierter Reinigungsprozess, aber es kann durchaus gefährlich oder auch wirkungslos sein, wenn wir uns nicht genug dafür vorbereiten. Deshalb lohnt es sich, mehr oder weniger ein paar Hinweisen zu folgen:

  1. Fange mit der Raumvorbereitung an. Trage aus dem Heizraum oder aus dem Raum, wo der Kaminofen steht alle Sachen hinaus, damit sie nicht mit Ruß verschmutzt werden.  Sichere genauso wie beim Streichen alle Böden und Wände ab.
  2. Demontiere das Verbindungsrohr zwischen dem Heizkessel und dem Kamin und schließe die entstandene Öffnung z.B. mit einem Lappen ab. 
  3. Bereite Dich für das Dachsteigen vor – sorge für ein Absturzsicherungsset (es kann ein Seil sein, dass wie ein Klettergurt solide gebunden wird), das vor einem Sturz sichert. Nimm eine Taschenlampe mit.
  4. Prüfe anhand einer Taschenlampe, ob sich im Schornstein kein unnötiges Element befindet, wie z.B. ein Vogelnest oder noch schlimmer ein toter Vogel. Solche Gegenstände können sehr gefährlich sein vor allem dann, wenn jemand im Kaminofen oder Heizkessel anzünden würde. 
  5. Lege den Kaminbesen zusammen mit Zuggewicht vorsichtig in den Schornstein langsam hinein und bewege es auf der ganzen Schornsteinlänge ein paarmal rauf und runter. Vorsicht auf die Hände. Verrichte die Arbeit lieber mit Arbeitshandschuhen. 
  6. Steigen jetzt runter zum Heizkesselraum und entferne den runtergerutschten Ruß aus dem (zwischenzeitlich mit einem Lappen verschlossenem) Kamin. Je vorsichtiger Du diese Arbeit verrichtest, desto weniger wirst Du schmutzig.  
  7. Prüfe (am besten mit einem Spiegel) ob Du von unten ohne Probleme den Schornsteinauslass in genau quadratischer Form siehst, wie er haben soll und ob Du den Himmel siehst. Wenn es nicht der Fall sein soll, ist irgendwo Ruß im Schornstein geblieben. Um den zu entfernen, benötigst Du eine Schubstange, mit der Du von unten nochmal den Ruß lösen kannst.  
  8. Schließe nochmal die Kaminöffnung von unten, steige nochmal aufs Dach und wiederhole das Fegen mit dem Kaminbesen, vor allem aus dem unteren Kaminteil. 
  9. Wiederholt, reinige den Ruß in dem Raum mit dem Heizkessel, entferne den Lappen, prüfe alles nochmal mit einem Spiegel nach und schließe fest die Kaminöffnung. 

Wir wiederholen nochmals, dass Du beim Dachsteigen und den Höhenarbeiten unbedingt um Deine Sicherheit sorgen solltest. Vor allem im Herbst und Winter, wenn das Dach nass und glatt ist, sollte man den Sicherheitsgurt nicht unterschätzen. Man sollte auch auf das Kaminfegen verzichten, wenn es draußen windig ist.

Ich würde gerne… ein Schornsteinfeger sein 

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Kaminfegen sollte als eine Investition in die Sicherheit des Hauses und seiner Bewohner angesehen werden.

Wie man sieht ist es mit dem Kaminfegen genauso wie mit unserer Gesundheit – Prophylaxe bewährt sich am besten. Deshalb sollte jeder Besitzer eines Heizkessels oder Kaminofens, die eine große Ruß- Rauch und Teermenge ausstoßen, unbedingt eine regelmäßige Schornstein Reinigung durchführen. Das ist natürlich mit Kosten verbunden aber man sollte dies unbedingt als eine Investition in die Sicherheit des Hauses und seiner Bewohner angesehen werden. Wie man sieht ist es zum Glück nicht so kompliziert und wird wahrscheinlich nur eine Stunde Zeit im Jahresquartal einnehmen.

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